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„Wir haben unsere Musik mal als Electronic Wildstyle beschrieben, und das trifft es nach wie vor ganz gut“, findet Thomilla. „Wir kombinieren stets viele verschiedene Elemente miteinander, sodass wir mit einem Mindestmaß an künstlerischer Narrenfreiheit irgendwann eine genrefreie Zone erreichen, in der wir uns schlussendlich erschöpft und zufrieden niederlassen.“

Und so ist nach den beiden Vorgängeralben „Classic“ (2001) und „Smile“ (2002) auch „einszwei“ wieder etwas vollkommen Neues geworden. Ein selbstkreierter Wildstyle-Boogie zwischen Cosmic-Disco, Classic-House und gelegentlichen HipHop-Backflashes. Ein discoides Pop-Club-Album im Spannungsfeld von 110 und 120 BpM. Eine kreative Annäherung an das Turntablerocker-Live-Erlebnis in Albumform.

„Deutsche Texte waren für uns als Club-Act ein Wagnis“, gesteht denn auch Michi Beck, „denn zu deutschen Texten wird selten getanzt. Doch ich glaube, uns ist der Balance-Akt ganz gut gelungen, nicht nur zum Zuhören zu verführen, sondern in Kombination mit der Musik auch emotional sehr viel näher an unser Publikum heranzurücken. Auch die Gesangs-Performances von Gast-Vokalisten wie Komi Togbonou, Miss Platnum und Vanessa Mason haben daran sicherlich einen entscheidenden Anteil.“

Herausgekommen ist dabei ein lupenreines Konzeptalbum, denn „die Platte markiert von vorne bis hinten den Soundtrack für eine Nacht“, wie Michi erklärt. „Beginnend mit einem Beziehungsdrama führen wir die Zuhörer durch die Clubs der Stadt, tanzen mit ihnen dem Sonnenaufgang entgegen und fangen mit einer Horde tanzwütiger Partypeople dann auf einem Hotelzimmer wieder von vorne an.“

Beeindruckend ist vor allem die aufwändige Produktionsweise, die der Platte zugrunde liegt. Denn alle Songs wurden nach ersten Layouts mit klassischen Instrumenten eingespielt, danach wieder aufs Wesentliche reduziert, um im Anschluss noch einmal elektronisch bearbeitet zu werden. Michi: „Es sollte weder muckermäßig noch klar klingen, wie es das nach traditionellem Einspielen in der Regel tut. Also haben wir die einzelnen Fragmente aus den Aufnahme-Sessions am Ende digital verkünstelt und elektronisiert, dabei aber trotzdem Wert darauf gelegt, den menschlichen Groove zu erhalten, der dem Sound die nötige Wärme verleiht.“

„einszwei“ ist demnach genau das geworden, was man sich erhofft hatte, aber sicherlich nicht, was man erwarten konnte:

Die logische Konsequenz aus der musikalischen Sozialisation von Michi Beck und DJ Thomilla, ihren langjährigen Live-Erfahrungen als weltweit gefragtes DJ-Team sowie ihrem gereiften Gespür für musikalische Arrangements und Harmonien.

"Zu viel Gefühl, zu wenig Zeit, zusammen mit euch zu allem bereit.“