Der symbolträchtige 77. Geburtstag des Starentertainers Udo Jürgens wurde, wie nicht anders zu erwarten, mit einem medialen Feuerwerk geradezu zelebriert. So erklärten ARD und ORF die Ausstrahlungstermine des TV-Zweiteilers „Der Mann mit dem Fagott“ zu eigentlichen „Udo Jürgens – Tagen“. Eine Ehre, die nur wenige Künstler bereits zu Lebzeiten erfahren dürfen. So war der multivalente Musiker und Komponist nicht nur in Konzertaufzeichnungen, sondern auch in den Talkshows von Vera Russwurm und Reinhold Beckmann präsent. Für Udo, den geschichtsbewussten Europäer, ein denkwürdiges Ereignis, denn in der aufwändigen Verfilmung seines Erfolgsromans steckt viel Herzblut. So hat er neben seiner musikalischen Tätigkeit enorm viel Kraft und Zeit in das ehrgeizige Projekt mit der Aufarbeitung der Geschichte seiner Familie gesteckt. Er sieht das Resultat dieser Arbeit nicht nur als reine Unterhaltung, sondern auch als kleinen Beitrag zum Verständnis der gesellschaftlichen und politischen Vorgänge im bewegten letzten Jahrhundert.

Da er sich in diesem Zusammenhang intensiv mit dem Schicksal seiner Vorfahren beschäftigte, war es ihm ein Anliegen, dem jüngsten Spross der Jürgens-Familie, dem Enkel und Sohn seines Sohnes John, auf dem aktuellen Album „Der ganz normale Wahnsinn“ das Lied „Gute Reise durch das Leben“ zu widmen: „Du brauchst Phantasie und Kraft. Mut zur Trennung, Leidenschaft, Nervenkitzel, Lust an großen Plänen. Freunde, die wie Brücken sind. Und den Daumen hoch im Wind. Und auf Vorrat jede Menge Tränen. Gute Reise durch das Leben. Tausend Ziele wünsch ich Dir. Und vergiss nicht auf die Liebe, glücklich sein geht nur mit ihr.“

Eigentlich hätte sich der zweite Singletitel genauso gut als von Udo erprobter Ratschlag fürs Leben geeignet. Man glaubt es dem unverwüstlichen Bühnenmaniac aufs Wort, wenn er in „Gegen den Wind“ singt: „Flieg gegen den Wind. Nur dann fliegst du weit! Glaube an deine Kraft, deine Einmaligkeit! Sei so wie du bist, nicht wie alle sind. Wenn du abheben willst, geht’s nur gegen den Wind.“ Udo war sich stets treu geblieben und hat seinen Weg dank positivem Denken bei allen Zweifeln, schwindelerregenden Höhenflügen und Karriereknicks nie aus den Augen verloren. Er hat sich unter der Maxime „Ich weiß, was ich will“ nicht in erster Linie darum geschert, ob sein unkonventioneller Lebensentwurf aneckt oder nicht, sondern seine Träume und Sehnsüchte gelebt. Vielleicht sind es gerade deshalb solche Texte, welche die lange Karriere von Udo Jürgens begründet und begleitet haben. Sie sind authentisch, anrührend und von einer eingängigen emotionalen Aussage, welche immer wieder aufs Neue hunderttausende von Menschen an den Konzerten in ihren Bann zieht. Das Wechselspiel von purer Lebenslust, Mut spendenden Seelentröstern und dem ganz großen Konzertspektakel beherrscht Udo Jürgens wie kein zweiter. Ab dem 1. Februar 2012 wieder in den Konzerthäusern des deutschsprachigen Raumes.

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