Sieben Millionen verkaufte Tonträger – weltweit. Platinauszeichnungen in 68 Ländern und eine Show für 500.000 Menschen am Eiffelturm, Paris. TV-Stars und Lieblinge der Boulevardpresse. Superstars im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Band so groß, dass jeder ihrer Schritte von einer Armee von Fotografen begleitet wurde. Bill und Tom Kaulitz haben all das gegen die Anonymität von Los Angeles eingetauscht. Einer Stadt, in der man sie nicht sofort auf an jeder Strassenecke erkennt. Eine Metropole, in der die Paparazzi von unzähligen anderen Stars abgelenkt werden. Ideale Bedingungen, um ihrer Band neues Leben einzuhauchen. "Als wir in die USA kamen, konnte ich den Namen Tokio Hotel nicht mehr hören. Ich hatte alles so satt", sagt Bill. "Wir mussten rausfinden, was wir wirklich vom Leben wollten. Dafür mussten wir die Musik und unsere Karriere erst mal hinten anstellen, unseren Kopf freimachen und einen radikalen Neubeginn riskieren.“ "Ich war mir nicht mal sicher, ob ich das alles wirklich noch wollte", stimmt Tom seinem Bruder zu. "Den hohen Preis, den wir für unseren Erfolg zahlen mussten, der ganze Wahnsinn. Aber in Los Angeles haben wir das Wichtigste wiederentdeckt –  unsere Liebe zur Musik."

Das Ergebnis ist Kings of Suburbia, das neue Album der Band. Ein Fanal von Songs, die lichterloh brennen und nie verblassen. Beeinflusst durch ein Jahr intensiver Neufindung, endlose Eskapaden in Los Angeles' Clubszene, zeigt dieses Album das ganze Spektrum des neuen Lebens der Brüder. Die wilden Nächte, die verkaterten Morgen. Sorgenfrei und kompromisslos.

Von Songs wie "Feel It All" und "Girl Got A Gun", die verschwitzte Club-Atmosphäre und durchtanzte Nächte aus jeder Pore atmen, zu den sanfteren, introvertierten Klängen von "Run Run Run" (erster Vorab-Track) und "Love Who Loves You Back", erlebt man die Kaulitz-Zwillinge an den Grenzen ihrer Vernunft und Nüchternheit. Ihrer Erkenntnis, dass es möglich ist, ihr neues Leben in ihren Songs zu spiegeln. Ein Soundtrack zu all den Partys, die nie zu Ende gehen.

Kings of Suburbia strotzt vor Authentizität, weil Tokio Hotel den Inhalt ihrer Songs leben und ihre Nächte in den Songs zum Leben erwecken. "Die Produzenten liebten es, wenn ich direkt aus den Clubs ins Tonstudio kam um meine Vocals aufzunehmen", erzählt Bill lachend. "So entstanden viele Songs. Wir konnten die Momente einfangen" Und Tom ergänzt, mit einem wissenden Lächeln: "Für dieses Album sind eine Menge Zigaretten, Drinks und Nächte drauf gegangen. Wir haben während der Aufnahmen keinen einzigen Sonnenaufgang verpasst."

Kings of Suburbia ist ein trotziges und kompromissloses Statement von Tokio Hotel. Zwar arbeiteten sie erneut mit einer eklektischen Auswahl an Produzenten, einschließlich vertrauter Mitstreiter wie Jost, Rock-Mafia und Guy Chambers zusammen, trotzdem gibt es zusätzlich unüberhörbare Einflüsse der angesagten DJs aus den heißesten Clubs von Los Angeles. Zum ersten Mal in ihrer Karriere übernahmen die Kaulitz-Zwillinge selbst das Ruder und stemmten den Löwenanteil der Arbeit im Studio. Tom fühlte sich sichtlich wohl in seiner neuen Rolle als treibende Kraft und zeigte sein Können diesmal nicht nur an der Gitarre, sondern auch am Klavier, Drums und Synthesizern.

Tokio Hotel sind nicht naiv. Die Gesetze der Musikindustrie besagen, dass man nicht einfach für fünf Monate – geschweige denn für fünf Jahre – verschwinden und danach erwarten kann, dass alles ist wie vorher. Aber die Jungs sind mutig genug, diese Theorie auf die Probe zu stellen. Sie haben schon einmal die Welt im Sturm erobert und sind bereit, es wieder zu tun.  Aber diesmal zu ihren Bedingungen. "Klar ist es ein Risiko." meint Bill. "Aber bei diesem Album ist alles genauso, wie wir es uns vorstellen und es ist das erste Mal, dass wir das ehrlich so sagen können. Wir haben alles so gemacht, wie es uns passte. Keiner hat uns Songs geschrieben, die wir "verkaufen" müssen. Das Album sind wir. 100 Prozent Tokio Hotel. Das sagen zu können, fühlt sich verdammt gut an!"

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