Es gibt Neues aus dem Hause EMMA6. Wurde auch Zeit. Dabei war die Funkstille nur der Tatsache geschuldet, dass die Brüder Henrik und Peter Trevisan und ihr Familientherapeut Dominik Republik wieder mal alle Hände voll zu tun hatten, wichtige Dinge in 3 1/2 Minuten zu verarbeiten. So verlegten die drei Mittzwanziger ihr Zuhause im Frühsommer 2012 kurzerhand von Köln nach Hamburg, wohnten standesgemäß zu dritt auf 34 Quadratmetern und stürzten sich in die Arbeit. Dieses Mal mit Freund, Produzent und Wir sind Helden-Gitarrist Mark Tavassol.

Herausgekommen ist ein zweites Album, das nur bedingt mit seinem Vorgänger zu vergleichen ist. Die Inhalte rücken noch mehr in den Vordergrund, die Bilder sind durchweg melancholisch und sehnsüchtig. Es geht um Anfänge und um das Beenden wie im Titelsong "Passen" ("Wir wollen uns nicht mehr – es wär leicht und schwer – einfach zu passen – lieben oder lassen") und um Wünsche und schlichte, bewegende Feststellungen wie bei der ersten Singleauskopplung "Wie es nie war" ("Es ist nicht leicht zu sehen – dass es bleibt wie es nie war"). Man hört der Band die neu entdeckte Leidenschaft für alte Synthesizer an, denen sie immer genau die richtigen Sounds zu entlocken scheint, um diese dann wie selbstverständlich in die ganz eigene Mischung aus Pop und Indierock einzuflechten. Und das geht auch mal mit einem Augenzwinkern, wie bei "Ich hab die Band zuerst gekannt", einer charmant-klugen Beobachtung der deutschen Musiklandschaft, in der EMMA6 spätestens jetzt nicht mehr als Newcomer (der Leser denke sich die Gänsefüßchen) abgestempelt werden können. Diese Band ist erwachsen geworden.

Fassen wir also zusammen: In einer Zeit, in der Plattenverträge schwer zu ergattern und noch viel schwerer zu behalten sind, in der sich selbst gestandene Kollegen dabei erwischen, sicherheitshalber immer mit den gleichen 4 Akkorden zu arbeiten, in dieser Zeit präsentieren EMMA6 ihr zweites Album. Und, war es schwer? Nein, sagen die drei, man müsse sich nur immer wieder vor Augen halten, dass das zweite Album immer das zweite sei. Und sind wir mal ehrlich, dieser fast ein bisschen dadaistisch anmutende Pragmatismus ist vielleicht die beste Einstellung, die man haben kann. Denn ein zweites Album muss man respektlos anfassen, man muss Neues ausprobieren und darf sich umgotteswillennochmal bloß nicht wiederholen. EMMA6 haben all das hinbekommen.

 

EMMA6 live

11.09.2013 KREFELD, Kulturfabrik Krefeld,
12.09.2013 DORTMUND, FZW
13.09.2013 MÜNSTER, Sputnik Cafe
14.09.2013 KAISERSLAUTERN, Kammgarn
16.09.2013 FRANKFURT / MAIN, Nachtleben,
17.09.2013 STUTTGART, UNIVERSUM
18.09.2013 MÜNCHEN, Backstage Club
19.09.2013 LEIPZIG, Moritzbastei
20.09.2013 ERFURT, Museumskeller Erfurt
21.09.2013 DRESDEN, beatpol (ehem. Starclub)
23.09.2013 BERLIN, Comet Club
27.09.2013 HANNOVER, Lux
28.09.2013 BREMEN, Kulturzentrum Lagerhaus
01.10.2013 KÖLN, Stadtgarten

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