Sie sprechen die Sprache zweier Welten: als letzten August die erste Single „Tabu“ des Bremer Kollektivs BARABAZ, bestehend aus zwei Produzenten und Sänger/Rapper Ainars, erschien, war es eine kleine Revolution für die stilistisch oftmals doch sehr festgelegte Rap-Szene. Am 23. Februar erschien mit „Jäger“ die zweite Single, begleitet von einem Video.

Wortgewaltig jongliert der gebürtige Lette Ainars zwischen der dunklen, kalten Poesie der Straße, irgendwo zwischen Betonblock und Rotlichtviertel, und zwischen der Sprache der spirituellen, tief philosophischen Welt.

Seinen Songs wohnt trotz der Düsternis und Schonungslosigkeit, die sie widerspiegeln, etwas Künstlerisches inne.

Harte Trap-Bässe, düstere Elektronik und hymnische Hooks sind das musikalische Gerüst der Norddeutschen, von denen lediglich Sänger Ainars eine Rolle in der Öffentlichkeit spielt, die beiden Produzenten bleiben namenlos. Ihr Gespür für orchestrale Arrangements, harte Trap-Beats und kantigen Rap fließen mit dem Naturell von Ainars zusammen, das sowjetisch-typisch voller Melancholie und Düsternis steckt. Sein Leben ist steinig gewesen, der Weg von Riga nach Bremen kein leichter.

Neben der Musik verschreibt sich das Kollektiv auch der Tätowierkunst, der Fotografie und der Illustration. Musikalisch ist Ainars  von russischen Chansons gleichermaßen beeinflusst wie von Nu Metal-Bands wie Slipknot oder Korn.

Am 23. Februar erscheint „Jäger“. Schneidend kalt wie Februarwind schleicht sich die Single aus dem Dunkel des Kollektivs hervor. Die gefeierte brutale musikalische Opulenz paart sich wild mit der aggressiven Poesie des einsamen Wolfes, getrieben von Rachlust und Egoismus. Barabaz jagt: alles, jeden, allein – bis ganz nach vorn.