„Live-Alben habe ich schon immer gemocht“, sagt Wolfgang Niedecken, „weil sie den Sound einer Band echt und authentisch einfangen und gleichsam auch ein Zeitdokument sind. Konzertmitschnitte halten im Idealfall fest, wie eine Band genau zu diesem Zeitpunkt klingt.“ Und genau das tut auch „LIVE&DEUTLICH“, das bereits siebte reguläre Live-Album von Niedeckens BAP, wie die Kölner Formation seit 2014 wieder heißt (und in diese beachtliche Zahl sind die sieben auf DVD erhältlichen WDR-„Rockpalast“-Mitschnitte noch nicht mit eingerechnet).

LIVE&DEUTLICH“, das als Doppel-CD und als Vierfach-LP am 2. November erscheint, fängt in der Tat einen ganz besonderen Moment der BAP-Geschichte ein. Es dokumentiert nämlich ein Konzert einer Tour, bei dem BAP erstmals in ihrer nun über 40-jährigen Karriere mit einem dreiköpfigen Bläsersatz auf Tournee gegangen sind.

Damit aus einem sehr guten Live-Album aber ein überragendes Live-Album wird, müssen einige Faktoren hinzukommen, auf die ein Künstler nicht unbedingt Einfluss hat. Man mag das Glück, Fügung oder gar Schicksal nennen, und all das trifft auf den 6. Juni 2018 im Münchner Circus Krone zu. Jener Abend sei etwas ganz Besonderes gewesen, erinnert sich Niedecken. „Wir hatten uns schon am Vortag bei einem ersten Konzert im Circus Krone wunderbar warm gespielt und waren nun bei der zweiten Show, bei der von Sound bis zur Begeisterung des Publikums einfach alles stimmte.“ Zudem standen an diesem Abend auch drei bayerische Weggefährten als Gäste auf der Bühne, Werner Schmidbauer, Martin Kälberer und Hannes Ringlstetter, die mit einer bajuwarisch-kölschen Co-Produktion überraschten, einer umwerfenden Version von Bob Dylans „Basement Tapes“-Hymne „You Ain’t Going Nowhere“.